Ein Buch, das jeden packt: „Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen“

Den drei Autoren ist sehr daran gelegen, kein weiteres Buch mit einer Aufzählung zahlreicher Techniken der Selbstverteidigung auf den Markt zu bringen. Sie fokussieren sich deshalb vielmehr auf die Stärkung der psychischen Einstellungen und Fähigkeiten von Mädchen und Frauen. Die broschierte Auflage ist 192 Seiten lang und erschien in erster Auflage 2007.

Der Autor Jürgen Holler (Dipl. Sportlehrer, Sporttherapeut und Diplomtrainer) hat schon einige Bücher im Bereich des Kampfsports verfasst und ist ebenso als Referent im In- und Ausland unterwegs. Stefan Reinisch (Jujitsu-Lehrer in Wien, Lehrer für Frauen- und Mädchenselbstverteidigung) und Axel Maluschka (Schriftsteller, Lehrer, Kampfsporttrainer) sind ebenso ausgewiesene Experten auf dem Gebiet.

Welche Aspekte greift das Buch auf?

Die Autoren legen in ihren Ausführungen viel Wert auf Prävention, das heißt die Deeskalation bevor eine Situation erst richtig bedrohlich wird. Ziel sollte es immer sein, sich unversehrt aus der brisanten Situation befreien und die Flucht ergreifen zu können. Die große Zahl von Fallbeispielen führen dem Leser stets exakte Situationen vor Augen.

Unterteilt in zwei große Abschnitte, erfahren wir im kürzeren ersten Teil einiges Interessantes darüber, welche Motive Gewalt überhaupt hat und welchen Sinn die Gegenwehr. Auch auf mögliche moralische Bedenken und juristische Rahmenbedingungen wird ausführlich eingegangen. Informationen über die Rolle des Selbstverteidigungslehrers und das psychologische Training bilden den Abschluss des ersten Buchbereichs.

Der Praxisteil beginnt mit den typischen „Anmachsituationen“ und anderen unangenehmen Umständen, denen Mädchen und Frauen ausgeliefert sein können. Im Folgenden wird die interessierte Leserin nun in die verschiedenen Phasen der Selbstverteidigung eingeführt, von der Vermeidungsphase, über die Abschreckung durch Aggressivität bis zum gezielten Einsatz von Strategien und Kampftechniken.

Sehr interessant sind auch die Ausführungen zum richtigen Fallen und wie man sich am besten verteidigt, wenn man auf dem Boden liegt oder sich im Stand befindet. Denn je nach Position bieten sich andere Techniken und auch „Werkzeuge“ der Selbstverteidigung an. Das reicht vom Schienbeintritt bis zum Kopfstoß.

Im Anhang kann sich jeder noch eine praktische Checkliste anschauen, die ein paar gute Kriterien zur richtigen Beurteilung eines Selbstverteidigungskurses für Mädchen und Frauen bietet. Zudem helfen auch die Auflistung wichtiger Anlaufstellen in Deutschland und Österreich weiter.

Lohnt sich der Kauf?

Die Ratschläge, die hier vermittelt werden, sind nah an der Praxis und dem tatsächlichen Leben und dadurch von überaus großem Nutzen. Auch die vielen Fotos veranschaulichen bestens, wie sich Mädchen und Frauen mit welcher Technik am besten zur Wehr setzen können.

Dieses Buch besitzt eine ausgesprochen gute Gliederung, wobei der Praxisteil eine Vielzahl brisanter Situationen aufgreift, denen Frauen ausgeliefert sein können.

Für 14,95 Euro eine empfehlenswerte Lektüre. Seine Leserschaft sprechen die Autoren im deutschen und österreichischen Raum an, weswegen beispielsweise auch auf die Rechtsgrundlagen in beiden Ländern eingegangen wird.

Der Link zum Buch: http://www.amazon.de/Selbstverteidigung-f%C3%BCr-Frauen-M%C3%A4dchen-Psychologie/dp/3898992799/ref=sr_1_12?ie=UTF8&qid=1391097022&sr=8-12&keywords=selbstverteidigung

Aktuelle brutale Gewalt gegenüber Älteren

Erst Anfang diesen Jahres wurde die 73-jährige Spielhallenaufsicht Sonja Opfer eines versuchten Raubüberfalls. Doch Oma Sonja wusste sich zu wehren. Da dieser Überfall leider nicht ihr erstes gewaltsames Erlebnis während der Arbeit war, griff sie geistesgegenwärtig zum Pfefferspray und schlug den Angreifer in die Flucht.

Zuvor musste die mutige ältere Dame sich sogar schon zweier Übergriffe erwehren, die sogar unter Einsatz von Revolver und Machete auf sie verübt wurden. Und schon dort war das Pfefferspray ihre Rettung. Verängstigt zeigt sich Oma Sonja durch diese erschreckenden Erlebnisse jedoch keineswegs. Ganz im Gegenteil, wieder an der Theke in der Spielhalle arbeitend, sagt sie selbstbewusst: „Ich habe keine Angst vor Räubern, die müssen Angst vor mir haben.“

Auch in Berlin-Neukölln gingen Jugendliche kürzlich gewaltsam auf eine 73-jährige Rentnerin los. Die Täter pöbelten die ältere Dame und andere Fahrgäste der U-Bahn an und schubsten die Frau beiseite. Als daraufhin ein 36-jähriger Mann einschritt, musste dieser einige Faustschläge einstecken.

Von einem Schlag blieb auch die Rentnerin nicht verschont. Zwar konnte einer der Angreifer durch die Polizei gestellt werden und nach ärztlicher Untersuchung haben die Opfer wohl auch keine schwerwiegenden äußeren Verletzungen davon getragen. Doch sitzt der Schreck sicherlich noch tief, über soviel respektloses Gewalt gegenüber älteren Menschen.

Der Weisse Ring hilft Opfern von Gewalt in jedem Alter

Auch die Organisation Weisser Ring e.V. spricht davon, dass besonders Kinder und ältere Menschen durch ihre Hilflosigkeit Opfer von Gewalt werden können. Allerdings täusche der medial vermittelte Eindruck, dass diese Gruppen zunehmend von Kriminalität und Gewalt betroffen sind. Doch sind diese Fälle meist besonders erschreckend und lassen die Gesellschaft zu Recht aufhorchen. Wer als älterer Mensch selbstbewusst durchs Leben geht und sich besonnen zu wehren weiß, ist jedoch auch keiner höheren Gefahr ausgesetzt.

Die Beratung der Polizei empfiehlt die Einhaltung folgender Punkte:

Die spannende Geschichte der asiatischen Selbstverteidigung

Asiatische Länder wie China, Japan, Korea, die Philippinen, Thailand oder Vietnam haben über die Jahrhunderte die weltweit bekanntesten und besten Verteidigungstechniken entwickelt. Doch oberstes Gebot ist es, diese Kampfkunst nicht zum Angriff anzuwenden. In Deutschland gehen die wenigsten diesen Sportarten aus Wettkampfgründen nach, sondern eher aus Gründen der Selbstverteidigung, Steigerung der Fitness und des Körperbewusstseins. In diesen Zweikämpfen wird auf die Anwendung von Waffen verzichtet.

Ziel war und ist es, seinen Geist und seinen Charakter zu stärken. Geschichtlich gesehen war es nicht allen Menschen in den vergangenen Jahrhunderten vergönnt, sich mit Waffengewalt gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen. Deshalb entwickelte sich eine Vielzahl von Verteidigungstechniken, die ein Zusammenspiel von mentaler und physischer Kraft als Basis besaßen und über die Zeit auch einen großen Anteil zur kulturellen Formung beitrug. 

Karate

Die genauen Wurzeln der vergangenen Jahrhunderte liegen zwar etwas im Dunkeln, jedoch war der chinesische Einfluss auf die Entwicklung des Karates maßgeblich. Seine Ursprünge liegen auf der Insel Okinawa, die sowohl eine chinesische wie auch japanische Geschichte hat und zweimal mit einem Waffenverbot belegt war. Für eine lange Zeit wurden diese Techniken im Geheimen geübt und nur vom Meister zum Schüler weitergegeben.

Anfänglich noch als Okinawa-Te bezeichnet, sorgte Gichin Funakoshi zu Beginn des 20. Jahrhunderts für eine rasche Verbreitung, dieser Kampfkunst, die von nun an Karate genannt wurde. Um 1900 wurde sie auch an Mittelschulen gelehrt. Während der 1930er Jahre entwickelte sich eine Einteilung in verschiedene Grade, die durch unterschiedliche Farben des Gürtels symbolisiert wurden. Den ersten Karateverein in Deutschland gab es 1957, der richtige Durchbruch gelang jedoch erst ab den 1970er Jahren. 

Kung Fu

Aufgrund der mündlichen Tradierung ist es auch hier schwer zu sagen, seit wann es Kung Fu (auch bekannt als Gong Fu) gibt. Auf jeden Fall liegen die Wurzeln in einem Shaolin-Kloster in einer Zeit vor 1500 Jahren. In der Provinz Henan, in der die chinesische Kultur ihren Anfang nahm, kann dieser Shaolin Tempel auch heut noch besichtigt werden. In ihm wirkte auch der Begründer des Zenbuddhismus, der indische Mönch Bodhidharma. Als Wiege zahlreicher Wushu-Stiele sind heute weit mehr als 400 verschiedene Arten des Kung Fu bekannt. Das grundlegende Prinzip beruht seit jeher darauf, sich mit Geduld und Zeit etwas hart zu erarbeiten. 

Jiu Jitsu

Diese sehr friedliche Technik der Selbstverteidigung wird ebenso ohne Waffen ausgeübt, und das obwohl Jiu Jitsu wohl maßgeblich vom japanischen Samurai abstammen soll. Da sich diese Kämpfer auch ohne ihr Schwert verteidigen lernen sollten, nennt man es auch die „sanfte Kunst“. Doch über die Ursprünge gibt es viele Hypothesen. Angenommen wird auch, dass reisende indische Mönche, die sich aufgrund ihres buddhistischen Glaubens stets ohne Waffen verteidigen mussten, sehr viel zur Entwicklung beigetragen haben. In Deutschland sorgte vor allem Erich Rahn ab 1906 für eine weite Verbreitung. 

Judo

Eng verflochten mit dem Jiu Jitsu bzw. aus ihm entstanden ist das „Siegen durch Nachgeben“. Ein Name ist aus der Geschichte des Judos nicht mehr hinweg zu denken: Jigoro Kano. Ihm ist es zu verdanken, dass seit 1882 die ersten 40 Grundwürfe des Judos existieren. In ihnen waren keine tödlichen Techniken mehr zu finden. Seit 1964 ist dank des japanischen Einsatzes Judo sogar zur olympischen Disziplin geworden.

Zivilcourage zeigen ohne sich selbst zu gefährden

Jeder kennt sie, jeder fürchtet sie: die gefährliche Situation in aller Öffentlichkeit, in der man etwas unternehmen sollte, aber es meist nicht tut. Wie verhalte ich mich in einer bedrohlichen Situation richtig? Das ist die Frage, die sich jedes Mal aufs Neue stellt. Zivilcourage bedeutet immer Mut zu haben ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Es bringt niemandem etwas den Helden zu spielen und somit zur Eskalation einer riskanten Situation beizutragen.

Gewaltsame Übergriffe sind im öffentlichen Straßenbild längst keine Seltenheit mehr. Besonders in Großstädten häuft sich die Zahl solcher Delikte. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik sank zwar die Zahl der Straftaten gegen das Leben (um 2,5%) und der Gewaltkriminalität (um 5,3 %) für das Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr. Doch gibt es immer noch viel zu viele Fälle von Straßenkriminalität, bei denen Zeugen nicht wissen, wie sie richtig reagieren sollen. Und da auch die Polizei nicht jederzeit überall sein kann, ist die Mithilfe der Bevölkerung ein entscheidender Faktor für einen sicheren öffentlichen Raum.

Die Polizei rät zu folgendem Verhalten

„Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Gleichgültigkeit“, das ist die Devise mit der die Polizei ihre Kampagne für Zivilcourage betreibt. Primär geht es darum, erst einmal ein Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft zu schaffen und sich der Situation angemessen zu verhalten. Dabei darf man sich natürlich nicht selbst in Gefahr bringen und sollte unbedingt erst einmal andere Passanten ansprechen, um im Zweifelsfall nicht allein dazustehen. Wer sich den Täter und seine Merkmale gut einprägt, kann den Notruf 110 wählen und auch später noch mit einer Zeugenaussage maßgeblich zur Aufklärung beitragen.

Anstatt sich unüberlegt mit dem unberechenbaren aggressiven Täter anzulegen, sollte man sich lieber um das Opfer kümmern. Falls dieses nämlich Verletzungen aufweist, ist der schnelle Ruf des Rettungsdienstes absolut entscheidend. Wer sich immer noch unsicher ist, wie eine angemessene Reaktion in Konfliktsituationen aussehen soll, kann auch einen Kurs besuchen. Verantwortung zu übernehmen ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern kann im Notfall vor allen Dingen Leben retten. Sein Konfliktverhalten zu schulen ist absolut bewundernswert und sogar schon für Kinder geeignet. Denn umso eher man lernt in potenziellen Gewaltsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, umso souveräner lässt es sich später während einer realen Gefährdung reagieren. Viele Preise, die ein couragiertes Verhalten öffentlich loben und belohnen, tragen auch zu einer höheren Wertschätzung von Zivilcourage bei.

Der Einsatz von Abwehrspray gegenüber Tieren

Da das Pfefferspray in Deutschland als Waffe angesehen wird, fällt es rein rechtlich unter das Waffengesetz und darf erst ab einem Alter von 14 Jahren besessen werden. Die Kennzeichnung als Tierabwehrspray macht die Zulassung jedoch um einiges einfacher. Besonders in einer Gefahrensituation mit Tieren ist schnelles Handeln gefragt, um sich gegen den Angreifer zur Wehr zu setzen.

Ein ruhiges Verhalten entschärft die Situation

Der Einsatz von Pfefferspray zur Selbstverteidigung gegen Tiere ist in jedem Fall legal. Ein Verteidigungsspray ist ideal für alle, die oft allein unterwegs sind oder sich generell vor Hunden fürchten. Besonders beim Joggen oder Nordic Walking hat man meist nicht viel bei sich mit dem man sich im Notfall verteidigen könnte. Ein kleines Spray hingegen ist sehr handlich und kann problemlos bei sich geführt werden. Aus rechtlichen Gründen darf das Pfefferspray natürlich nicht ohne triftigen Grund angewendet werden. Dies hätte auch rechtliche Konsequenzen.

Wenn sich ein Hund oder anderes Tier in unzweifelhaft aggressiver Weise nähert, ist der Einsatz von Abwehrspray zur Selbstverteidigung jedoch auch juristisch gesehen absolut gerechtfertigt. Zudem herrscht in Deutschland in vielen öffentlichen Räumen wie Parks und Grünanlagen eine Leinenpflicht. Sollte einem ein angriffslustiges Tier begegnen, gilt es in erster Linie Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Falls in der näheren Umgebung Stöcke zur Hand liegen oder man beispielsweise eine Jacke dabei hat, sollten diese Dinge erst einmal zur Abwehr genutzt werden. Der Hund wird sich wahrscheinlich darin festbeißen und hoffentlich ablassen.

Die richtige Anwendung des Sprays

Bei aggressiven Tieren ist eine schnelle Reaktion sehr von Vorteil, damit der Sprühstrahl den Angreifer auch unschädlich machen kann. Ob das jedoch auch für Wildschweine zutrifft, denen man im Wald schon einmal über den Weg laufen kann, ist eher fraglich. In jedem Fall wird das Tier nicht ernsthaft verletzt, sondern nur für eine bestimmte Zeit außer Gefecht gesetzt. Vorsicht ist selbstverständlich geboten bei aufkommendem Wind. Der Sprühstrahl sollte zielgerichtet und nicht entgegen der Windrichtung eingesetzt werden, da ansonsten die Gefahr besteht, den Sprühnebel selbst in die Augen zu bekommen.

Historisches über das Pfefferspray

Das handelsübliche Pfefferspray besteht aus dem Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC), das in den verschiedensten Paprikasorten vorkommt. Dieser Chili Stoff wird schon seit vielen Jahren als Mittel zur Selbstverteidigung eingesetzt. Dieser Wirkstoff findet sich außerdem schon seit geraumer Zeit in medizinischen Salben zur Schmerzlinderung. Doch im vergangenen Jahrhundert entdeckten sowohl Militär wie auch Polizei die Wirkung des pfeffrigen Stoffes.

Die frühe Entdeckung des Tränengases

Bereits 1928 gelang es den US-amerikanischen Wissenschaftlern B.B. Corson und R.W. Stoughton CS-Gas herzustellen. Die amerikanische Armee entdeckte dieses Einsatzmittel jedoch erst in den 1960er Jahren für sich. Besonders im Vietnamkrieg erlangte das Tränengas eine traurige Berühmtheit. Aber auch als Abwehr von Grizzlybären griffen Parkranger in Nordamerika gern auch schon in den 1960er Jahren zu dem Spray.

Der Siegeszug des Pfeffersprays

In China, Japan und Indien wurden schon in den vergangenen Jahrhunderten unliebsame Angreifer mit Hilfe von Cayenne Pfeffer in die Flucht geschlagen. Der Einsatz dieses Stoffes ist also nicht so neu, wie man vielleicht glauben möchte. Maßgeblich an der Entwicklung des gegenwärtigen OC beteiligt waren H. Jenkins und Dr. Frank Hayes von der University of Georgia.

Die Firma Aerko sorgte 1973 für die Entwicklung des ersten modernen Pfeffersprays. Seit über 40 Jahren befindet sich dieser Reizstoff, der in Deutschland lediglich zur Abwehr von Tieren und zum polizeilichen Einsatz gebraucht werden darf auf dem Markt. Im Laufe der Zeit hat sich das Pfefferspray gegenüber dem CS-Gas weltweit durchgesetzt.

Die USA machen es vor – Europa macht es nach

Eine besondere Anwendung findet es bei der Polizei. Als geringeres Gewaltmittel setzen die deutschen Polizeibehörden gegenwärtig vier verschiedene Varianten des Sprays ein. Seit dem Jahr 2000 ist das Pfefferspray als polizeiliches Einsatzmittel zugelassen. Die USA war den deutschen Behörden da schon einen Schritt voraus. Der Inlandsgeheimdienst der USA, das Federal Bureau of Investigation (FBI) hat dies nämlich schon im Jahr 1989 getan.

Das FBI machte das Pfefferspray zum „waffenfähigen Material“. Seitdem gibt es jedoch auch schon einige Todesfälle in diesem Zusammenhang zu beklagen, besonders im Zusammenhang mit Drogen oder Psychopharmaka. Da die Folgen eines solchen Einsatzes nie hundertprozentig abzuschätzen sind, haben sich auch Länder wie Schweden oder Großbritannien gegen die Ausstattung ihrer Polizei mit einem Pfefferspray ausgesprochen.

Pfefferspray im Urlaub, ist das erlaubt?

In Deutschland ist es erlaubt, Pfefferspray zur Abwehr von Tieren mit sich zu führen. Wenn die Reise also in eines unserer 16 Bundesländer geht, ist das Mitführen des Sprays kein Problem. Wird jedoch eine Urlaubsreise ins Ausland angetreten, sollte man sich unbedingt mit der Rechtslage des jeweiligen Urlaubslandes beschäftigen. Das fängt schon bei der Fluggesellschaft an, auch hier gilt es, sich an die Bestimmungen und Verbote der Flugunternehmen zu halten.

Wer etwa eine Reise nach Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Griechenland oder Norwegen plant, sollte wissen, dass in diesen Ländern das Mitführen von jeglichen Arten von Pfefferspray verboten ist. In jenen Nationen hat das Pfefferspray den Status einer verbotenen Waffe, deshalb ist es natürlich keineswegs ratsam, ein solches Exemplar mit auf die Urlaubsreise zu nehmen. In der Schweiz unterliegen Pfeffersprays sogar der Chemikaliengesetzgebung. Dort ist der Kauf ab einem Alter von 18 Jahren und gegen Unterschrift jedoch auch möglich.

Was ist erlaubt – was ist verboten?
Abgesehen von den landesspezifischen Einfuhrregelungen ist bei einer Flugreise gesetzlich genauestens geregelt, was nicht mitgeführt werden darf. Laut EU-Verordnung sind „handlungsunfähig machende und die Handlungsfähigkeit herabsetzende Chemikalien, Gase und Sprays, wie Reizgas, Pfeffersprays, Capsicum-Sprays, Tränengas, Säuresprays und Tierabwehrsprays“ im Handgepäck verboten. Wer ein solches Spray mit in den Urlaub mitnehmen möchte, wird damit wahrscheinlich schon recht früh vom Sicherheitspersonal am Flughafen gestoppt werden.

Eine zweite Verordnung ist die IATA Dangerous Goods. Wer genau wissen möchte, welche Sachen wo mitgeführt werden dürfen und welche nicht, sollte sich vor der geplanten Reise einfach dort informieren. Diese Vorschrift gibt ebenfalls Aufschluss darüber, dass Pfeffersprays weder im Handgepäck, noch im aufgegebenen Gepäck oder am eigenen Körper eines Flugreisenden mitzuführen sind.

Wie ich mich richtig schützen kann
Um gar nicht erst in eine Situation zu geraten, in der der Einsatz von Pfefferspray notwendig wäre, ist es das Beste sich immer in einer Gruppe durch den Urlaub zu bewegen. Außerdem sind bekanntermaßen adäquate Taschen, die gut verschließbar sind und nah am Körper getragen werden von Vorteil. Um sich im Urlaub bestens selbst verteidigen und damit auch sicher fühlen zu können, besuchen viele Menschen vor Antritt der Reise auch einen Selbstverteidigungskurs.

Welches Pfefferspray ist das Richtige?

Bei der Anschaffung eines Pfeffersprays begegnet einem eine große Auswahl an verschiedenen Produkten. Das Mittel der Wahl zur Selbstverteidigung gibt es in drei unterschiedlichen Varianten. Ob man sich für eine Sprühdose mit Gel, Schaum oder die klassische Flüssigvariante entscheidet, hängt ganz von der Art der gewünschten Wirkung und der Vorkenntnisse in der Handhabung ab.

Verschiede Arten im Vergleich

Bei der Anwendung eines solchen Sprays gibt es sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich einiges zu beachten. Da sie in Deutschland lediglich zur Abwehr von Tieren erlaubt sind, stellt der Schutz unbeteiligter Dritter einen wichtigen Faktor bei der korrekten Benutzung dar. Je nach Inhaltsstoff und Konsistenz breitet sich der Inhalt der Dosen auf verschiedenen Wegen aus. Allen gemein ist, dass sie unter einem gehörigen Druck stehen und deshalb unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden müssen.

Sprühstrahl und Sprühnebel bieten Treffsicherheit

Diese Ausführung eignet sich besonders für Menschen, die noch keine große Erfahrung in der Anwendung eines solchen Sprays haben. Der flüssige Inhalt verteilt sich beim Versprühen in einem recht großen Bereich, was das Treffen des Angreifers vergleichsweise einfach macht. Bei aufkommenden Wind sollte jedoch Vorsicht gelten, damit man weder sich selbst noch Unbeteiligte verletzt. Der Sprühstrahl besitzt zudem noch eine viel konzentrierte Wirkung als der Nebel.

Pfefferschaum sorgt für gezielte Wirkung

Wer ein passendes Spray für den Innenbereich sucht, ist mit einem mit Schaum gefüllten Exemplar gut beraten. Der große Vorteil liegt darin, dass sich der Inhalt nicht so sehr in der Umgebung verteilt und Umherstehende somit besser geschützt sind. In einer Situation der Notwehr entfaltet der Pfefferschaum erst beim Treffen seines Zieles die volle Wirkung. Durch die Konsistenz des Schaumes wird die getroffene Fläche sofort sichtbar. Wie alle anderen Arten des Sprays auch, führt dies beim Angreifer zu einer Reizung der Augen, der Atmung und der Haut.

Pfeffergel trotzt jedem Wind

Die spezielle Beschaffenheit des Inhaltsstoffes Oleoresin-Capsicum (OC) sorgt für eine ausgesprochen gute Windstabilität. Das Pfeffergel erhält damit eine sehr hohe Reichweite. Durch die haftende Wirkung des Gels wird eine sehr effektive Wirkung erreicht. Versucht der Angreifer sich die Substanz aus dem Gesicht zu wischen, wird sie nur noch stärker verrieben und die Wirkung damit verstärkt. Letztlich ist diese Variante für drinnen und draußen geeignet.

Sofortmaßnahmen nach einer Pfefferspray Attacke

Die Inhaltsstoffe eines Pfeffersprays legen sich sofort auf Augen, Haut und Atemwege der betroffenen Person. Es kommt zu Reizungen und Schmerzen an den in Mitleidenschaft gezogenen Stellen, die je nach Intensität des Sprays unterschiedlich lang andauern. Wichtig ist, dass man sofort richtig reagiert. Ein konfuses Reiben im Gesicht macht die Lage nur noch schlimmer, da die brennenden Wirkstoffe erst so richtig verteilt werden und ihre schmerzvolle Wirkung noch stärker entfalten.

Brennende Augen – schnelle Erste Hilfe

Die Berührung mit der sensiblen Augenpartie ist meist besonders schmerzvoll. Die Bindehaut der Augen wird durch das Spray stark gereizt, was sich durch Rötungen und Schwellungen bemerkbar macht. Deshalb gilt es an erster Stelle: Augen ausspülen mit reichlich kaltem Wasser, damit die reizenden und schmerzverursachenden Stoffe entfernt werden. Die optimale Behandlung der Augen sollte durch ein reinigendes Augenspray erfolgen. Wer dies nicht gleich zur Hand hat, muss wohl oder übel mit klarem Wasser Vorlieb nehmen. Im Anschluss an diese Erstversorgung sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Den Juckreiz lindern

Das Capsaicin der Chilipflanzen, welches zur Herstellung von Pfeffersprays verwendet wird, führt zu einem starken Juckreiz auf der Haut. Die betroffenen Stellen können sich röten und anschwellen, was bis zu einer Stunde dauern kann. Empfohlen wird, sich sofort mit fließendem Wasser und Seife für einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten die Hände zu waschen. Hat sich das Spray auch auf der Kleidung verteilt, sollte diese unbedingt entfernt werden, damit sich der Wirkstoff nicht weiter entfalten kann.

Die Atemwege beruhigen

Das Pfefferspray beinhaltet Stoffe, die das Atmen erschweren und im schlimmsten Fall sogar zur Bewusstlosigkeit führen können. Der Betroffene sollte sich deshalb sofort aus dem Bereich begeben, in dem die Attacke stattgefunden hat. Frische Luft ist für die Erholung der Atemwege ganz besonders entscheidend.

Panik vermeiden

Eine Pfefferspray Attacke kann durch die Beeinträchtigung der Sinne des Betroffenen durchaus auch zu Panik und Angstzuständen führen. Deshalb sollte die betroffene Person unbedingt beruhigt werden, damit es zu keinen panischen Reaktionen kommt. Meist kann sowieso nur abgewartet werden bis die Symptome schwächer werden und der Schmerz nachlässt. Wenn diese ersten Schritte der Nothilfe eingehalten werden, sollte zumindest nach einer gewissen Zeit eine Besserung eintreten. Der Gang zum Arzt muss jedoch trotzdem sein, um eventuelle Folgeschädigungen auszuschließen.

Abwehrspray beim Angriff richtig einsetzen

Jüngsten Berichten zufolge steigt die Anzahl der registrierten Straftaten jährlich. Bei Angriffen und Raubüberfällen sehen Sie sich mit Personen konfrontiert, die Ihnen körperlich überlegen sind, da ist ein Abwehrspray eine durchgreifende Methode, um sich effektiv zur Wehr zu setzen. Über die kompakte Größe werden die Spraydosen zum persönlichen Bodyguard in der Handtasche. Doch wie setzten Sie Abwehrsprays richtig ein?

Die Wahl des passenden Abwehrsprays

Im ersten Schritt stehen Sie vor der Auswahl des geeigneten Sprays. In diesem Zusammenhang lassen sich grundsätzlich Pfeffersprays und CS Gas unterscheiden. Letzteres ist unter der Bezeichnung „Tränengas“ bekannt und setzt chemische Inhaltsstoffe ein.

Diese Abwehrsprays besitzen eine Deklaration als Tierabwehrsprays und sind auf dem Markt frei verkäuflich. Eine weitere Unterscheidung lässt sich zwischen Weitstrahl- und Breitstrahlsprays machen. Ein Breitstrahlspray punktet mit einer weitflächigen Abgabe von 2 bis 3 Metern. Das Weitstrahlspray ist in der Lage, eine Distanz von 4 Metern zu überwinden.

Einsatz des Abwehrsprays in brenzligen und gefährlichen Situationen

Setzen Sie Ihren Instinkt ein und behalten Ihre Umgebung im Blick. Verzichten Sie auf jegliche Form von Ablenkung über einen Kopfhörer. Wenn es möglich ist, sollten Sie dunkle oder gar unübersichtliche Orte meiden und auf beleuchtete und belebte Wege ausweichen. In jedem Fall is ratsam, den Umgang mit den Sprays im Vorhinein auszutesten. Gerade die Sprays, die über eine enorme Reichweite von mehreren Metern verfügen, lassen sich von Einsteigern effektiv und gezielt einsetzen. Sie haben die Chance im Ernstfall, den Angreifer schon vom Weitem anzuvisieren.

Verstauen Sie das Abwehrspray in Ihrer Handtasche. Begeben Sie sich in kritische Situationen verlassener Straßen oder dunkler Plätze, gehen Sie allein durch ein Parkhaus und ist Ihnen bei diesem Gedanken mulmig zumute, ist es ratsam, das Spray in der Jackentasche oder über einen Klipp am Hosenbund anzubringen. So ist das Spray im Ernstfall sofort zur Hand. Die Pfeffersprays wirken äußerst intensiv und lassen sich auch gegen aggressive Tiere einsetzen. Bedenken Sie die hohe Reichweite und setzen diese auf großen Distanzen ein. Lassen Sie einen potenziellen Angreifer zu nah an sich herankommen, kann der Griff zum Spray schon zu spät sein. Halten Sie die Spraydose von sich entfernt und werfen vor dem Betätigen des Sprühknopfes einen Blick auf die Öffnung.

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